Weifberg, Weißbachtal, Obere Schleuse

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, einmal den Weifberg bei Hinterhermsdorf nebst Aussichtsturm zu erklimmen und das malerische und einsame Weißbachtal im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen zu erkunden. Am Sonntag war es dann endlich soweit.

Wir (3 Menschen und 4 Hunde) starteten unsere abwechslungsreiche Frühsommerwanderung in Hinterhermsdorf. Malerisch liegt das Dörfchen mit seinen zahlreichen Fachwerk- und Umgebindehäusern in die sanfte Hügellandschaft eingebettet. Über blühende Sommerwiesen ging es zunächst hinauf zum Weifberg mit seinem weithin sichtbaren Aussichtsturm, einer besonders interessanten Holzkonstruktion. Aus 32 Metern Höhe blickt man über das Elbsandsteingebirge und bis weit nach Böhmen und ins Osterzgebirge.

Nach einer kurzen Rast am Fuße des Turmes wanderten wir auf dem gelb markierten Weg hinunter ins Weißbachtal, einem wirklich einmalig schöne Ort. Die Vögel zwitscherten, der Bach plätscherte - Entspannung pur, nicht nur für uns Zweibeiner. Ein ganz besonderes Erlebnis war es, als sich nur etwa 15 Meter vor mir ein Schwarzstorch vom Bachufer erhob und lautlos durch den Wald flog. Man muß schon ganz viel Glück haben und sich sehr ruhig verhalten, um diesen seltenen Vogel zu Gesicht zu bekommen.

Am Ende das Tales mündet der Weißbach in die Kirnitzsch, und wir folgten ihrem Lauf flußabwärts. Vorbei an zwei einsamen Höfen und der über 450 Jahre alten Niedermühle wanderten wir zur Oberen Schleuse. Die historische Stauanlage diente früher dazu, Holz aus den umliegenden Wäldern das Kirnitzschtal hinunter zu flößen. Seit 1879 werden Besucher hier auf flachen Kähnen durch die romantische Kirnitzschklamm gefahren. Meine Befürchtung, daß wir hier einen Tag vor der Wandertagswoche in Sebnitz recht vielen Menschen begegnen würden, bewahrheitete sich nicht - im Gegenteil. Wir waren fast die einzigen und konnten so die Kahnfahrt in der idyllischen Landschaft ganz besonders genießen.

An der steinernen Staumauer war dann Ende der Fahrt, und nun ging es wieder zu Fuß weiter. Über eine lange, steile Treppe stiegen wir hinauf zum Flößersteig, und von da führte uns ein spannender Aufstieg durch eine enge Felsspalte steil hinauf aufs Hermannseck. Dieser exponierte Aussichtspunkt hoch über dem Kirnitzschtal ist nach Oberförster Hermann Schlegel benannt, der sich zu Lebzeiten um die touristische Erschließung der Gegend rund um Hinterhermsdorf sehr verdient gemacht hat.

Nach einer kurzen Rast wanderten wir auf unschwieriegen Wegen, zunächst durch den Wald, später über Bergwiesen zurück nach Hinterhermsdorf. Kaum am Auto angekommen, ging ein starker Regenguß nieder, der uns dann aber nichts mehr anhaben konnte. So nahm wiedermal ein wundervoller Wandertag sein Ende, und wir freuen uns schon auf die nächste Tour.

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