Sommertour im Elbsandstein

Vielen Dank an Andrea Obele von mein-wanderhund.de, die mich zu ihrer ersten Blogparade unter dem Motto "Wanderglück auf vier Pfoten" eingeladen hat. Natürlich nehme ich die Einladung gerne an und lasse Euch heute an einer sehr schönen Wanderung in der Sächsischen Schweiz teilhaben, die auch für warme Tage bestens geeignet ist.

 

Es sollte ein heißer Sommertag werden im Elbsandsteingebirge, einem einzigartigen kleinen Mittelgebirge im Osten Deutschlands, dessen Landschaft durch markante Tafelberge, bizarre Felsformationen und romantische Schluchten geprägt ist. So ziehe ich mit meinen beiden vierbeinigen Begleitern Vreni und Nepomuk schon früh los, um der Hitze des Tages noch etwas zu entgehen.

 

Die historische Gierseilfähre im kleinen Kurort Rathen, der am Fuße der weltberühmten Bastei liegt, bringt uns vom Parkplatz auf die andere Elbseite. Normalerweise drängen sich hier hunderte von Touristen, doch jetzt, morgens um 8 Uhr, sind Vreni, Nepomuk und ich die einzigen Passagiere. Ich genieße diese ungewöhnliche Stimmung, das lautlose Hinübergleiten ans andere Ufer, und erfreue mich an den sonnenbeschienen Sandsteinfelsen, die sich hoch überm Elbtal erheben. Am blauen Sommerhimmel ist keine Wolke zu sehen.

 

Vorbei an der mittelalterlichen Burg Altrathen, die seit Ende des vergangenen Jahrhunderts ein kleines Hotel mit Erlebnisgastronomie beheimatet, steigen hinauf und erreichen bald die benachbarte Felsenburg Neurathen. Sie liegt direkt am Wanderweg und kann in einem Freilichtmuseum erkundet werden. Das lassen wir heute sein und stehen wenige Minuten später an der weltberühmten Basteibrücke. Da, wo sich sonst tausende Touristen drängen, um einen Blick in die Felsenwelt und tief hinunter auf die Elbe zu erhaschen ist heute keine Menschenseele. Wir haben die Brücke und das ganze grandiose Panorama ganz für uns alleine. Man muß eben ganz früh aufstehen, um dies erleben zu dürfen. Wir schauen und alle Aussichten in Ruhe an und wandern dann weiter hinauf zum Berghotel Bastei und der Nationalparkinfostelle Schweizerhaus, in der auch eine Ausstellung mit Gemälden und Grafiken vom Elbsandsteingebirge beheimatet ist. Heute ist diese allerdings noch geschlossen, und so machen wir uns direkt auf den Weg zu unserem nächsten Zwischenziel, dem kleinen Dorf Wehlen, daß etwas weiter flußabwärts an der Elbe liegt.

 


Auf dem Weg dahin kommen wir an einer kleinen Aussicht vorbei. Von hier hat man einen schönen Blick hinunter auf die Elbe, die seit tausenden von Jahren das Leben der Menschen hier in der Region prägt. Wir sind schon einige Zeit unterwegs, und so nehmen wir uns die Zeit für eine kleine Frühstückspause. Die Sonne steigt höher, und es wird immer wärmer. Selbst im Schatten hecheln die Hunde schon recht stark, daher brechen wir recht schnell wieder auf, damit die beiden sich unten in der Elbe abkühlen können. Diese Gelegenheit nehmen sie sehr gerne wahr und genießen es, am Elbufer in Wehlen zu plantschen und zu trinken. Wir kämpfen uns über den sonnenbeschienenen Burgberg, von dem man einen wunderschönen Blick hinunter auf den malerischen Ort hat, und gelangen so wieder hinunter in den Wehlener Grund. Kaum betreten wir das enge Tal, schon weht uns ein kühler, angenehmer Wind um die Nase, und die nächsten Kilometer bis zum Uttewalder Grund lassen sich so gut zurücklegen.

 


Ein kleines Gasthaus bietet abermals Gelegenheit zur Rast und nach einem kühlen Weißbier – natürlich alkoholfrei J - kommen wir zum sagenumwobenen Uttewalder Felsentor. Vielen Malern war uns ist es ein beliebtes Motiv für ihre Bilder und Zeichnungen. Der schmale Weg führt uns durch den Grund hindurch und anschließend hinauf auf die Ebenheit, wie die Hochebenen hier genannt werden. Nachdem wir den kleinen Ort Lohmen passiert haben, müssen wir nun übers freie Feld wandern. Die Sonne brennt unermüdlich, und die Hunde laufen im schnellen Trab zu einer etwas weiter entfernten Baumgruppe, um sich dort sofort im Schatten niederzulassen. Eine ganze Weile später erreiche auch ich diese Stelle, halte mich jedoch nicht lange auf. Was die Hunde nicht wissen, bis zur nächsten Abkühlung ist nicht mehr weit.

 



Etwa zehn Minuten später stehen wir dann bereits wieder an einem kleinen Flüßchen, der Wesenitz, die den wunderschönen Liebethaler Grund geformt hat. Ruhig ziehen die Hunde im kühlen Naß ihre Bahnen, und so erfrischt wandern wir weiter. Noch einmal bergauf, durch das kleine Dorf Mühlsdorf und wieder hinunter in den Grund, und nun ist es nicht mehr weit bis zum Ziel unserer Wanderung im Pirnaer Stadtteil Liebethal.

 


Das letzte Stück des Weges führt uns immer am Wasser entlang. Wir passieren die Daubemühle und die Ruinen der Grundmühle, in der Richard Wagner einst an seinem Werk Lohengrin geschrieben haben soll. Kurz darauf kommen wir zu einem monumentalen Denkmal des Komponisten. Ich nehme auf einer Bank am Wegesrand Platz und lausche dem Rauschen des Wassers und den Klängen der Lohengrin-Ouvertüre, die aus den Lautsprechern über mir ertönt. Ein einmaliger Moment. Die ganzen Strapazen des Alltags, die Hitze des Tages, die Anstrengungen der Tour fallen ab. Gedanken kommen und gehen, und ich genieße den Augenblick. Auch die Hunde sind ganz ruhig, haben sich hingelegt und entspannen. Ich weiß nicht, wie lange wir so sitzen, bevor wir schließlich aufbrechen und weiterwandern.

 


Auf einem bequemen, schattigen Weg kommen wir schließlich ans Ziel unserer heutigen Tagestour.

 

 

 

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