Der Sack am Hassberg oder Langlauftour zur Preßnitz-Talsperre

Ziel unseres Ausfluges war heute der 993 Meter hohe Hassberg (Jelení hora) im böhmischen Erzgebirge. Wir starteten unsere Langlauf-Tour in Schmalzgrube im Pressnitztal, und bereits die Fahrt hierhin durch das verschneite Erzgebirge war ein Erlebnis und weckte Vorfreude auf den Skitag.

Vom Parkplatz am Freibad in Schmalzgrube ging es zuerst durch's tief verschneite Pressnitztal flußaufwärts Richtung Chrishophhammer (Kryštofovy Hamry). Vreni und ich genossen immer wieder die Stille, die uns hier in dieser zauberhaft anmutenden Landschaft umgab. Nach 2,5 Kilometern erreichten wir das kleine Grenzdorf Christophhammer auf der böhmischen Seite des Erzgebirges. Nun überquerten wir den Fluß und folgten dem Weg steil bergauf. Ein Schneeschuhgänger hatte eine Spur getreten, und ohne Vreni's fleißigen Zughunde-Einsatz wäre für mich mit den Langlaufski schon hier Schluß gewesen. Wir kämpften uns nach oben, bis schließlich die Schneeschuhspuren vom geplanten Wegverlauf abbogen. Einen kurzen Versuch, den steilen, unberührten Berg weiter aufwärts zu gehen, verwarf ich nach wenigen Metern. Im knietiefen Schnee hatte Vreni kaum eine Chance, sich und mich weiter aufwärts zu bringen.

Also folgten wir der Schneeschuhspur weiter durch den Wald, in der Hoffnung, daß der Wanderer vor uns eine schöne Runde ausgesucht hatte, die wir nun auch gehen können. Unser Gipfelziel, den Hassberg, legte ich für diesen Tag ad acta. Dafür waren Langlaufski eindeutig die falsche Ausrüstung. Naja - es war ein Versuch :-)

Nach etwa einer viertel Stunde mäßigen Anstieges mündete nun auch die Schneeschuhspur in einen für uns unüberwindbaren Steilhang, so daß wir abermals umkehrten. Ich spannte Vreni aus, damit sie frei laufen kann und stieg teils zu Fuß, immer wieder bis zu den Knien einsinkend, teils mit Skiern abwärts. Schließlich fanden wir einen Weg, der uns relativ allmählich hinunter nach Christophhammer führte. Ich disponierte abermals um und entschied mich, der Preßnitz-Talsperre einen Besuch abzustatten.

Der Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts errichtete Stausee überflutete damals das alte Bergstädchen Pressnitz, an das heute eine Gedenktafel am Staudamm erinnert.

Vreni und ich rasteten am Ufer des zugefrorenen Sees und genossen in der Wintersonne unsere Pausenbrote. Der heiße Tee aus der Thermosflasche wärmte gut durch, bevor wir uns auf den Rückweg über Christophhammer durchs Pressnitztal nach Schmalzgrube machten.

 

Aber was hat das nun mit einem Sack zu tun? Ganz einfach! Wenn ein Kletterer einen Weg in einer Wand nicht schafft, sagt man, er hat "einen Sack aufgehängt". Dieser hängt dann in der Wand, bis man den Weg irgendwann doch schafft. Zwar sind wir nicht geklettert, aber unseren Gipfel, den Hassberg, haben wir heute nicht geschafft und müssen daher wohl nochmal wiederkommen, um unseren "Sack abzunehmen" :-)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Klaus (Montag, 23 Januar 2017 09:31)

    Klasse Sache! Und gleich noch die Tourkarte dazu. 12 km!! Bei diesen Schneeverhältnissen sicher eine anstrengende Angelegenheit.

    Grüße aus der Anstalt!

  • #2

    Ute (Donnerstag, 16 Februar 2017 19:30)

    Sehr schöne Tour ! Klasse ! Daumen hoch für Euch !